Fehlender Öldruck → Überdrehschaden mit „Orangenhautbildung“, gelöster Mutter und Wellenbruch
Dieser Befund zeigt ein klassisches Schadensmuster, das in der Praxis immer wieder vorkommt: fehlender bzw. zu niedriger Öldruck führt dazu, dass die Turbinenwelle unkontrolliert zu hoch dreht. Das Ergebnis ist ein Überdrehschaden – mit sehr typischen Spuren am Verdichterrad und schweren Folgeschäden im gesamten Rumpfgruppenbereich.
Im Befund wurden mehrere typische Spuren dokumentiert:
Axiallager mit Materialabtrag
Verdichtergehäuse innen angelaufen
Läuferwelle gebrochen mit Materialauftrag
Befund-Zusammenhang – so entsteht dieses Schadensbild
Laut Befund beginnt die Kette mit fehlendem Öldruck. Dadurch kann die Turbinenwelle zu hoch drehen. Bei dieser Überdrehung entstehen extreme Fliehkräfte: Das Verdichterrad „wächst“ (verformt sich durch die Belastung) und kann sich im Gehäuse verklemmen.
Wird das Verdichterrad dabei schlagartig in der Rotation gestoppt, kann sich die Mutter mit Linksgewinde lösen. In der Folge kommt es zum Wellenbruch.
Ein besonders eindeutiges Indiz ist die „Orangenhautbildung“ (kleine Dellen/Struktur) auf der Rückseite des Verdichterrads: Diese Verformung entsteht bei einer Überschreitung des definierten Drehzahlspektrums – also bei einem Überdrehschaden.
Die weiteren Schäden wie Wellenbruch, gelöste Mutter sowie Lagermaterialauftrag/Materialverfrachtung werden als Folgeerscheinungen dieses Überdrehschadens beschrieben.
Wenn du ein ähnliches Schadensbild hast (Orangenhautbildung, Verdichterrad-Schaden, gelöste Mutter, Wellenbruch), nutze unsere Diagnose-Matrix zur systematischen Eingrenzung der Ursache: