Einbauvorschriften für Turbolader
Montage- und Inbetriebnahmehinweise für den fachgerechten Einbau. Herstellervorgaben haben grundsätzlich Vorrang.
Achtung
Ein unsachgemäßer Einbau, eine falsche Anwendung oder Veränderungen am Turbolader können Schäden am Turbolader und am Motor verursachen. Beachten Sie daher die Herstellervorschriften sowie die folgenden Einbau- und Inbetriebnahmehinweise.
- Vor dem Einbau eines neuen Turboladers ist die Ausfallursache des bisherigen Turboladers zu ermitteln. Festgestellte Fehler am Motor oder im Motorumfeld sind ggf. zu beheben. Hinweise zur Fehlersuche (z. B. Diagnosematrix) erhalten Sie bei Ihrem Händler.
- Jeder Turbolader ist motorseitig abgestimmt. Vergleichen Sie daher die Ausführungsnummer/Teilenummer des Turboladers mit den Spezifikationen des Motor- bzw. Turboladerherstellers.
- Stellen Sie sicher, dass Ansaugtrakt, Ladeluftsystem und Abgasbereich einwandfrei funktionieren und frei von Fremdkörpern sowie Flüssigkeiten sind.
- Prüfen Sie die Motorentlüftung sowie die Ölversorgung und stellen Sie einen freien Ölrücklauf vom Turbolader zum Kurbelgehäuse sicher. Insbesondere sind Zu- und Ablaufleitungen am Turbolader sorgfältig auf Dichtheit, Verschmutzung und Verstopfung zu kontrollieren. Wir empfehlen, diese Leitungen grundsätzlich zu erneuern.
- Anzugsdrehmomente sind gemäß den Vorgaben des Motor- bzw. Fahrzeugherstellers einzuhalten. Flansche und Gewinde müssen frei von Beschädigungen und Verschleiß sein.
- Verwenden Sie ausschließlich neue und passende Dichtungselemente. Beim Anschluss der Ölleitungen dürfen keine flüssigen Dichtmittel eingesetzt werden.
- Bei flüssigkeitsgekühlten Turboladern ist eine korrekte Entlüftung sowie die sichere Versorgung mit Kühlflüssigkeit zu gewährleisten. Der Betrieb darf nicht ohne Frost- und Korrosionsschutz erfolgen.
- Am Motor ist vorab zwingend ein Wechsel von Motoröl sowie Öl- und Luftfilter gemäß den Vorgaben des Motor- bzw. Fahrzeugherstellers durchzuführen.
- Vor der Montage muss der Turbolader über die Öldruckseite randvoll mit Öl vorbefüllt werden (z. B. mittels Ölspritze). Dabei die Turbinenwelle mehrfach per Hand durchdrehen.
- Den Motor mit dem Anlasser 3 × 20 Sekunden durchdrehen lassen, jeweils mit 10 Sekunden Pause dazwischen – ohne dass der Motor startet (z. B. Injektor oder Railsensor abklemmen).
- Nach dem Start den Motor zunächst ca. 30 Sekunden im Leerlauf laufen lassen und erst anschließend beschleunigen.
- Abschließend ist das gesamte System auf Dichtheit zu prüfen.
Hinweis: Diese Einbauvorschriften ersetzen keine Herstellervorgaben. Arbeiten sollten ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal durchgeführt werden.
Häufige Fehler vermeiden
Alte Ölzulaufleitung weiterverwenden
Verkokung und Späne können die Versorgung blockieren → Leitung konsequent prüfen und bei Bedarf ersetzen.
LLK / Ansaugstrecke nicht reinigen
Altöl und Fremdkörper führen häufig zu Frühschäden → gründlich spülen und vollständig trocknen.
Keine Dichtheitsprüfung
Leckagen verfälschen die Regelung → Ladeluftstrecke abdrücken und Flansche/Verbindungen kontrollieren.